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  • Krizia Köhler

Was kostet ein Lektorat?

Die Sache mit den Preisen. Wo schaue ich als erstes hin, wenn ich eine neue Dienstleistung in Anspruch nehmen möchte oder ein Produkt kaufen? Natürlich auf die Preise. Wir halten also fest: Transparenz ist wichtig. Warum findet sich dann keine Preisliste auf meiner Website? Wie passt das zusammen? Ganz einfach: Ein Lektorat ist immer sehr individuell.


Sparschwein, Preisgestaltung, Preise
Sparschwein - Image Unsplash by Fabian Blank

Einen festen Preis für ein Lektorat gibt es nicht, kann es gar nicht geben. Das ist meine Überzeugung.

Ohne die Anzahl der Wörter oder Zeichen eines Textes zu kennen, habe ich keine Chance, abzuschätzen, wie lange ich für eine Rechtschreibkorrektur oder gar ein vollumfängliches Lektorat brauche. Ich könnte einen Stundensatz nennen, aber der hat allein für sich stehend nur wenig Aussagekraft. Allein schon deshalb, weil es immer zusätzliche Kosten gibt, die ich in einer Pauschale namens Projektmanagement zusammenfasse. Das können weitere Korrekturschleifen sein oder Rechercheaufgaben, eine Quellenprüfung, die Rechnungsstellung, Unterstützung bei der Bildauswahl, Abstimmungsgespräche oder auch das Schreiben von E-Mails.


Im Paket zum Mitnehmen bitte: Pauschalen und Festpreise


Idealerweise bekomme ich einen Textausschnitt oder ähnlich gestaltete Texte als Probe vorab geschickt, damit ich ein möglichst passgenaues Angebot zusammenstellen kann. Davon profitieren am Ende beide Seiten. Ich biete auch Paketpreise an und Pauschalen, wenn es passt. Ein Beispiel: Ich bekomme monatlich eine bestimmte Anzahl an Kurztexten für eine Website zugeschickt und dafür wurde ein fester Gesamtpreis pro Monat ausgehandelt, der deswegen passt, weil die Texte immer eine ähnliche Länge und Struktur aufweisen.

Lektorat ist Maßschneiderei, keine Fließbandarbeit


Bei mir gibt es keine monatlichen Fixpreise, die als Abonnement gebucht werden können. Das macht im Lektorat keinen Sinn. Übrigens richte ich mich auch nicht nach genormten Seitenpreisen oder berechne ein Lektorat mit Centpreisen pro Wort. Youri Keifens, Werbetextprofi, hat neulich so schön bei LinkedIn geschrieben: „Einen Text nach Worten zu bezahlen ist wie Essen nach Gramm zu bezahlen. Kosten bei dir 500 Gramm Fritten das gleiche wie 500 Gramm Trüffel oder Kaviar?“ Ich finde, das trifft es sehr gut. Preise spiegeln zu einem gewissen Grad natürlich den Wert eines Produktes oder einer Dienstleistung wider.


Als freie Lektorin bin ich freiberuflich tätig und da liegt dann auch Folgendes in der Natur der Sache: Wer freiberuflich arbeitet, kann nur etwa die Hälfte der geleisteten Arbeitszeit tatsächlich fakturieren und muss darüber hinaus alle betrieblichen Kosten selbst tragen. So schlägt am Ende leicht das Dreifache des Bruttostundenlohns von Angestellten zu Buche.


Für mehr Informationen im freien Lektorat und Korrektorat bietet auch die Website des Verbands der Freien Lektorinnen und Lektoren eine gute Übersicht (vfll.de).


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